Wohin des Weges, Lasse Langbein?

Am Anfang sehen wir nur ein schwarzes Seil, das sich quer über ein unbekanntes Gewässer spannt – dann kommt langsam die Spitze eines Bootes ins Bild. Auf ihm steht ein langbeiniges, undefinierbares Wesen: Lasse Langbein scheint eine ganz eigene Mischung aus Spinnenwesen, Weberknecht und vielleicht Esel zu sein. Die dürre Gestalt ist lediglich in Wanderschuhe und mit Handschuhen bekleidet und begibt sich nur mit einem kleinen Rucksack als Gepäck auf eine abenteuerliche Tour. Warum nur macht er sich auf den Weg? Wohin führt das geheimnisvolle Seil, an dem er sich entlang hangelt?

Es ist eine lange, abenteuerliche Reise: Auf einer kleinen Insel steigt er in einen geheimnisvollen Krater, muss sich in die Tiefe abseilen, sich der im Dunkel flatternden Höhlenbewohner erwehren, Hürden, Engen und Unwetter überwinden. Er findet geheimnisvolles Gestein und magische Pflanzen. Muss schwimmen, fliehen und sogar fliegen. Dabei folgt er ohne Unterlass dem geheimnisvollen schwarzen Seil von Seite zu Seite, von Höhle zu Höhle.

Wohin wird er letztendlich gelangen? Nimmt die Reise ein gutes Ende? 

Auf jeden Fall ist es ein überraschendes Finale, das in diesem großartig gestalteten Buch noch am Ende eine extra Überraschung bereithält!

Der Reprodukt Verlag hat dieses von Matthias Picard außergewöhnlich gestaltete und fotografierte Abenteuer herausgegeben und damit einen echten Coup gelandet. Es ist ein grandioser Comic (fast) ohne Worte in 3-D-farbig. 

Ganz besonders: Die beiliegende 3D-Brille sorgt dafür, dass wir die Abenteuer des Lasse Langbein in eindrucksvoller Tiefe / Spannung verfolgen können. Unterstützt vom Naturkundemuseum Aix-en-Provençe ist dieses Buch für alle Altersstufen betrachtenswert und enthält im Vorsatz Informatives zu Gesteinen. Wer die Danksagung am Ende liest, gewinnt eine Ahnung davon, wie detailliert und aufwendig die Geschichte gestaltet wurde.

Matthias Picard: Lasse Langbein. Das Geheimnis der Tiefe. Reprodukt 2025.