Es ist verzwickt für Estrich. Als vermeintlich Außerirdischer unerkannt all die Herausforderungen im menschlichen (Schul)Alltag zu meistern. Die oft schwer verständlichen zwischenmenschlichen Begebenheiten zu verstehen. Und in angemessener Zeit all das zu leisten, was der Alltag auf der Erde von ihm fordert.
Noch schlimmer wird es, wenn sich die Ereignisse an der Schule überstürzen und zudem Enttarnung droht…
Es ist verzwickt für Estrich. Als vermeintlich Außerirdischer unerkannt all die Herausforderungen im (Schul)Alltag zu meistern. Die oft schwer verständlichen zwischenmenschlichen Begebenheiten zu verstehen. Und in angemessener Zeit all das zu leisten, was der Alltag auf der Erde von ihm fordert.
Noch schlimmer wird es, wenn sich die Ereignisse an der Schule überstürzen und zudem Enttarnung droht…
Estrich hat Strategien entwickelt, um den Alltag zu meistern. Eine davon ist, dass er sich als Außerirdischer erkannt zu haben meint und den Auftrag erfüllen soll, die Menschen zu verstehen und zu protokollieren, was er herausfindet. Wie gut, dass er im Hausmeister einen Verbündeten und in der Mutter eine geübte Kommunikationspartnerin hat. Und eigentlich auch eine Freundin, die ihn so annimmt wie er ist (auch wenn das viele andere nicht tun).
In der Schule hat er außerdem einen Rückzugsort für ungestörtes Nachdenken gefunden, wenn alles zu viel wird.
Eines Tages jedoch muss er entdecken, dass dieser Ort auch von anderen genutzt wird – die Katastrophe ist vorhersehbar!

Das Debut-Kinderbuch von Jona Manow ist eine gelungene spannende Geschichte zum Vor- und Selberlesen. Und zu Recht ist es derzeit nominiert für den Sonderpreis Neue Talente des Deutschen Jugendliteraturpreises. Der Protagonist ist ein in mehrerlei Hinsicht besonderes Kind mit besonderen Bedürfnissen.
Was dieses Buch so herausragend macht, ist, dass es dem Autor gelingt, konsequent aus Estrichs Perspektive zu zeigen, wie schwer es ist, wenn man mit so vielen wild im Kopf kreiselnden Gedanken, mit so vielen Optionen und Fragen, die zu bedenken sind, klarkommen muss. Und dass, wenn es oft einfach viel zu schnell eine Entscheidung oder Antwort geben muss! Estrich nimmt die Lesenden über die ganze spannende Geschichte hinweg mit in seine Überlegungen, die immer sehr umsichtig und mit einer nachvollziehbaren – aber von außen eben vielleicht nicht immer jedem verständlichen – Logik versehen sind. Die Komplexität dieser Überlegungen und die Schwierigkeiten, die daraus im Alltag erwachsen können, werden nachvollziehbar. Das Buch ist damit für jedes Lesealter sehr bereichernd.
Wie gut, dass es rund um Estrich auch ein ebenso vielfältiges Figurenpersonal gibt – und dass daraus Verständnis erwachsen kann, ist der fast zu schöne Schlusseffekt. Vielleicht manchmal (noch) zu perfekt für unsere Realität, aber auf jeden Fall sehr erstrebenswert.

Jona Manow: Spion Nr.9 und die Kunst, NICHT aufzufallen. Mixtvision 2025.
